Egal wie tief die Zahl der Aufrufe auch faellt, Harry veroeffentlicht einen weiteren Teil des Tagebuches.
Anfang Juni 1972
Seit ich auf Hoher See bin und versuche in die zivilisierte Welt zurueckzugelangen, paszieren mir die verruecktesten Dinge.
Man stellt sich vor, dasz so eine Irrfahrt langweilig und wenig ereignisreich sei, aber das Gegenteil ist der Fall.
Das, was sich heute Morgen zugetragen hatte, war allerdings mehr als ungewoehnlich.
Letzte Nacht habe ich tief und fest geschlafen, so gut wie seit Jahren nicht mehr.
In New York war ich von Schlafstoerungen geplagt und schaffte es kaum mehr als drei Stunden am Stueck zu schlafen.
Noch bevor ich aus dem Schlaf erweckte, hatte ich einen Traum der besonderen Art, einen erotischen. Meine Sexualitaet meldete sich, in Form wilder Gedanken, zurueck.
Im Zuge der Ereignisze hatte ich dieses Beduerfnis stark vernachlaeszigt. Entweder hatte ich keine Kraft oder ich war mit wichtigeren Problemen beschaeftigt.
Mein Unterbewusztsein versuchte mich davon zu ueberzeugen, dasz ich traeumte.
Das koerperliche Verlangen duerstete nach Befriedigung.
Ich bemerkte, wie ich meinen Traum zu steuern begann. Erotische Gedanken und meine Fantasie befeuerten den imaginaeren Akt.
Ich traeumte von einer drallen Brueneten. Keine Person, welche in der Realitaet existierte, niemand den ich kannte. Auch an das Gesicht kann ich mich nicht erinnern.
Hautnah spuehrte ich den zarten Koerper, die griffigen Rundungen, den warmen Atem, die feuchten Kuesze.
Zaertlich streichelte ich ueber ihre Silhouette. Wir blickten uns tief in die Augen und verloren uns in unserer Lust.
Erschoepft rollte ich von ihr herunter. Mein Koerper war durchflutet vom Hochgefuehl der Befriedigung.
Als ich wieder zu Atem gekommen war, erweckte auch mein Verstand.
Ich konnte noch nicht realisieren, was sich gerade abgespielt hatte. Traeumte ich noch? War ich schon wach?
Natuerlich war ich wach.
Unter meinem rechten Arm spuehrte ich etwas schweres, feuchtes, samtiges. War dies doch kein Traum gewesen? Nein, es musz ein Traum gewesen sein, ich befand mich doch immer noch auf meinem Flosz.
Ganz langsam wandte ich den Blick zu meiner rechten Seite.
Was ich da sah versetzte mich in einen Schock. Ich schrie laut und schrill. Ich schrie, dasz mir die Kehle brannte.
Was ich da liegen sah, war keine dralle Bruenette.
Sofort zog ich meinen Arm hervor. Ich uebergab mich schwallartig.
Vor mir lag ein toter, stinkender, aufgeblaehter Delfinkadaver.
Ich uebergab mich ein zweites Mal. Und kurz darauf noch einmal.
War dies ein Alptraum?
Nein, es war kein Traum. Ich hatte Geschlechtsverkehr mit einem toten Delfin. Igitt!
Nach dem Akt und dem darauf folgenden Schock, hatte ich nicht die Kraft den Kadaver ins Meer zurueckzustoszen.
Ich kauerte neben ihm und beaeugte den aufgeblaehten Leichnam.
Das war mit Sicherheit der Tiefpunkt meiner Odyszee.
Traenen rannen ueber mein Gesicht. In mir brannte eine fuerchterliche Pein.
Ich uebergab mich erneut.
Nachdem ich mich ein wenig beruhigt hatte, machte ich mich daran, den Delfin von meinem Flosz zu entfernen.
Der tote Meereszaeuger war schwer. Der naechtliche Regensturm musz ihn auf das Flosz gespuehlt haben.
Glitschig und weich fuehlte sich seine Haut an.
Ich drueckte ihn ein wenig mit meinen Fingerkuppen. Erst leicht, dann mit etwas mehr Kraft.
Sein Anblick war widerwaertig. Doch versetzte mich das Beruehren des toten Koerpers in eine perverse Erregung.
Sanft streichelte meine Hand ueber den geblaehten Bauch des Kadavers.
Pruefend blickte ich mich zu allen Seiten um.
Ich uebergab mich erneut und starb fast vor Scham, als ich ein zweites Mal den Akt mit dem Delfin beendet hatte.
Angewidert von mir selbst, versenkte ich den Kadaver endlich im Meer.
Das tote Saeugetier ging langsam unter. Eine Gruppe Luftblasen stieg an die Meeresoberflaeche auf, als der Delfin schon nicht mehr sichtbar war. Es war als sende er mir einen letzten Grusz.
Ich wunderte mich sehr ueber mein Handeln.
War ich auf Hoher See pervers geworden, oder nahm ich nur meine natuerlichen Beduerfnisze war?
Was wuerde mein Therapeut sagen, wenn er von der Geschichte erfuhr?
War ich noch normal? Was folgte als naechstes?
Ich gab diese Gedanken auf.
Meine Welt bestand aus einem hoelzernen Flosz und einem endlosen Ozean. In der Nacht gab es Regen, am Tag brannte die Sonne.
Haette ich diese Zeilen hier nicht geschrieben, es haette wohl nie jemand erfahren.
Doch ich schreibe, um den Verstand nicht zu verlieren.
Fortsetzung folgt....
Das stetige Wachstum einer Pflanze im rauen und grauen Alltag zwischen Fensterbank und Abstellgleis
Samstag, 12. September 2015
Freitag, 11. September 2015
Tag 1325
Ich stehe hier, betreibe Photosynthese und schaue Harry beim Uebersetzen des Tagebuches zu.
Und weil Harry so fleiszig war, koenne wir heute wieder eine Paszage dieses Buches lesen.
Mai oder auch schon Juni 1972
Harry versichert: Fortestzung folgt.
Und weil Harry so fleiszig war, koenne wir heute wieder eine Paszage dieses Buches lesen.
Mai oder auch schon Juni 1972
Ein Wunder ist geschehen!
Gerade als der Tod mich in seine kalten, ewigen Arme schlieszen wollte, sand Gott einen Blitz auf mich hernieder und erfuellte meinen Leib mit Hoffnung und neuer Kraft.
Taghell war die Nacht, als mit lautem Knall ein gigantischer Blitz in den Muellberg einschlug.
So schwach wie ich war, hatte ich es dennoch geschafft mich an meinem Flosz festzukrallen, um nicht ins Meer geworfen zu werden.
Der Einschlag des Blitzes sorgte dafuer, dasz der riesige Haufen in viele kleine Haeuflein zerteilt wurde.
Es gab einen groszen Ruck und ich befand mich wieder auf der Meeresoberflaeche.
Links und rechts von mir immer noch Muell. Nur steckte ich jetzt nicht mehr auf ihm fest und konnte davonpaddeln.
Ploetzlich spuehrte ich neue Lebenskraft. Mein Herz schlug mir bis zum Hals. Meine Muskeln und waren sie noch so verkuemmert, bebten und zuckten und signalisierten mir, dasz ich sie benutzen sollte.
Ich sprang auf, nahm mein Paddel in die Hand und schlug es in die Wellen.
Angetrieben von einem ueberirdischen Wahn, paddelte ich um mein Leben.
Als die Sonne bereits am Horizont zu sehen war und der neue Tag anbrach, hatte mich die Kraft noch nicht verlaszen. Ich paddelte immer noch.
Die Muellhaufen hatte ich laengst hinter mir gelaszen.
Mein Koerper war durchstroemt von einer Euphorie, welche ich mir nicht erklaeren konnte. So sehr ich auch versuchte mich zu beruhigen und zu begreifen, was mit mir geschehen war, ich konnte es nicht.
Einige Stunden spaeter machten meine Arme dann endlich schlapp.
Ich sank erschoepft zu Boden.
Auszer Atem aber gluecklich, lehnte ich mich an das Segel meines Floszes und rang nach Luft.
Es dauerte einen Augenblick, bis ich begriff, dasz ich nun wieder eine Chance zum Ueberleben bekommen hatte.
Irgendeiner wollte wohl nicht, dasz ich herrenlos auf einem gottverdammten Muellhaufen krepierte.
Ich dachte an meine Eltern, dachte an zuhause und faszte neuen Mut.
Um die neu gewonnene Energie nicht mit traurigen Gedanken zu vergeuden, beschlosz ich mich auf Nahrungszuche zu begeben.
Durch den Durchfall der letzten Tage war ich sehr geschwaecht und ohne Appetit. Nun aber machte sich Hunger bemerkbar.
Weit und breit war leider nichts Eszbares zu finden.
Die Algen unter meinem Flosz waren immer noch giftig und ungenieszbar.
Beim Betasten der Unterseite, stellte ich fest, dasz sich dort Austern festgesetzt hatten.
Eigentlich konnte ich Austern nicht ausztehen, doch waren sie momentan meine einzige Nahrungsquelle.
Zuhauf hatten sich die Muscheln an meinem Flosz angeheftet. Ich muszte nur zulangen.
Mit roher Gewalt zerbrach ich die Schalen. Hastig schluerfte ich das Innere der Muscheln.
Natuerlich haette ich jetzt lieber einen Cheeseburger gegeszen, aber nach der zehnten Auster, hatte ich den Geschmack sogar lieb gewonnen.
Gesaettigt streckte ich mich auf dem Flosz aus.
Nach all den Tagen im giftigen Dunst des Muellberges, genosz ich die Meeresluft.
Das Rauschen der Wellen beruhigte meine geplagte Seele.
Eigentlich war dies ein herrlicher Ort.
Hier gab es keinen Straszenlaerm, keine Abgase und keine nervigen Mitmenschen.
Satt und gluecklich wieder auf dem Meer zu sein, legte ich mich schlafen.
Harry versichert: Fortestzung folgt.
Donnerstag, 10. September 2015
Tag 1324
Es folgt nun wieder eine Paszage aus dem Tagebuch des Mortimer Laibovitz.
26.05.1972
Fortsetzung...
26.05.1972
Die letzten Tage habe ich mehr oder weniger bewusztlos verbracht.
Die giftigen Daempfe, von welchen ich umgeben bin, sorgen dafuer, dasz ich die wildesten Halluzinationen habe. Von meinen Traeumen ganz zu schweigen.
Gestern Nacht habe ich mein gesamtes, bisheriges Leben im Traume noch einmal gelebt, allerdings in Form eines Zwergpudels.
Meine Verstand befand sich abwechselnd in einem wachen, klarem oder in einem schlaefrigen, komatoesen Zustand. Hinzu kam, dasz sich, seitdem ich die Pizzakartons zu mir genommen hatte, mein Darm teilweise ungewollt und schwallartig von selbst entleerte.
So lag ich also bewusztlos in meinem Stuhl, bis mich der naechtliche, tropische Regenschauer sauber spuehlte.
Aufgrund des Durchfalls war ich sehr geschwaecht. Ich bestand nur noch aus Haut und Knochen.
Wenn nicht bald etwas geschehen sollte, ein Wunder zum Beispiel, so wuerde ich hier versterben.
Noch nie fuehlte ich mich dem Tode so nahe. Gleichgueltig war ich bereit, ihn Willkommen zu heiszen.
Angst hatte ich keine, doch hatte ich mir meinen Tod anders vorgestellt. Nicht so wie er mich jetzt ereilen sollte, vollgeschiszen und auf einem riesigen, schwimmenden Muellberg liegend, mitten auf dem Ozean.
Wieviel Zeit mir noch blieb, wuszte ich nicht, es war mir auch egal.
Im Geiste befand ich mich noch einmal kurz auf dem verunglueckten Kreuzfahrtschiff. Vor meinem inneren Auge spielte sich der letzte Abend noch einmal ab.
Ich erinnerte mich, dasz ich im Casino meine ganzen Ersparnisze verspielt hatte.
Unbewuszt legte sich ein schmunzeln auf meine Lippen. Das Geld wuerden die Idioten niemals zu Gesicht bekommen.
Nachdem ich das Casino verlaszen hatte, besoff ich mich mit einer Flasche Scotch, die ich dem Barkeeper entwendet hatte.
Ich weisz noch, dasz ich es bis in meine Koje geschafft hatte.
Alle weiteren Ereignisze sind in meinem Gedaechtnis nicht mehr auffindbar.
Wie es zu dem Schiffbruch kam, wie ich das Unglueck ueberlebte und auf die Insel gelangte, all das weisz ich nicht.
Die Kreuzfahrt war ein Geschenk meiner Eltern gewesen.
Wie es ihnen jetzt wohl ginge? Ob sie schon von meinem Verschwinden gehoert hatten?
In meinen Gedanken war ich bei ihnen. Wie gerne haette ich sie vor meinem Tode noch einmal gesehen.
Mit Traenen in den Augen lege ich das Tagebuch fuer heute bei Seite.
Wenn dies meine letzten Zeilen gewesen sein sollte, so moechte ich festhalten: Lebt wohl, ihr lieben Eltern! Leb' wohl, du triste Welt! Leb' wohl, verdammter Muellberg! Leb' wohl, elender Ozean!
Fortsetzung...
Mittwoch, 9. September 2015
Tag 1323
Ohne grosze Umschweife geht es sofort zum heutigen Teil des Tagebuches.
23.05.1972
Fortsetzung folgt!
23.05.1972
Liebes Tagebuch, Du wirst kaum glauben, was sich heute Morgen, zugetragen hat.
Mein Verstand hat mir einen boesen Streich gespielt.
Noch bevor ich meine Augen geoeffnet hatte, verspuehrte ich einen eigenartigen, aber vertrauten Geruch in meiner Nase.
Der Geruch von Zivilisation.
Es roch nach Fast Food, Autoreifen und Chemiereiniger. All die bekannten Gerueche, welche ich seit vielen Wochen nicht mehr vernommen hatte.
Nicht, dasz ich sie vermiszt haette, das nicht, doch sorgten diese Gerueche dafuer, dasz ich mich ploetzlich in meine Heimatstadt zurueckversetz fuehlte.
Ploetzlich sah ich mich durch die bekannten Straszen laufen. An einem Imbisz bestellte ich mir einen Hot Dog.
Ich bisz ab, schmeckte die Wurst, schmeckte das Broetchen.
Der Schrei einer Moewe risz mich aus dem Schlaf.
Weg war die Stadt, weg war die Strasze, weg war der Hot Dog.
Dafuer hatte ich nun einen ranzigen, uebelschmeckenden Klumpen Papier in meinem Mund.
In langen Fetzen zog ich den Zellstoff aus meinem Hals.
Ein Schock ereilte mich, als ich bemerkte, dasz ich mich zwar auf meinem Flosz befand, mein Flosz aber nicht mehr auf dem Ozean trieb.
Ich war umgeben von Muell. So weit das Auge sah, nur Muell.
Scheinbar wurde ich in der Nacht auf eine Insel gespuehlt, welche aus Haushalts- und Industrieabfaellen bestand.
Die Muellinseln schwankte und wankte im Rhythmus des Ozeans hin und her.
Jetzt, wo ich dieses Gebilde mit all meinen Sinnen wahrnehmen konnte, war ich angewidert.
Angewidert von dem fuerchterlichen Gestank und dem unappetitlichen Anblick der gammeligen Verpackungen.
Bei dem Gedanken, dasz ich beinahe eine solche Verpackung verspeiszt haette, muszte ich mich uebergeben.
Moewen, die ueber dem schwimmenden Muellberg kreisten, verursachten eine hoellischen Laerm.
Mit spitzen Schnaebeln hackten sie auf einander ein, um sich die verfaulten Nahrungsreste zu entreiszen.
Wie konnte ich von diesem Muellhaufen entkommen?
Der Rand dieser Insel war bestimmt 50 Meter entfernt.
Dort war das Waszer und dort muszte ich hin.
Um zu testen, ob die Oberfläche meinem Koerpergewicht standhielt, setzte ich beide Beine vor mein Flosz. So behutsam wie nur moeglich versuchte ich meinen Koerper in den Stand zu versetzen. Sofort sackte ich ein.
Bis zum Hals steckte ich nun fest in stinkendem Plastemuell.
Die scharfen Ecken und Kanten der Verpackungen schlitzten tiefe Wunden in meinen Koerper.
Panisch wuchtete ich mich wieder auf mein Flosz.
Die einzelnen Abfallteile schwammen in einer giftigen, sauren Bruehe, welche beim Kontakt mit meinen Wunden wie Feuer brannte.
Mir war klar, dasz ich nicht ohne weiteres von dieser gigantischen Muellboje entkommen konnte.
Der Gestank benebelte meine Sinne.
Die Mittagszonne brachte den Muellberg zum kochen. Giftige Dunstschwaden trangen aus der Oberflaeche und machten es unmoeglich zu atmen.
Ich verlor das Bewusztsein.
Nachdem ich wieder zu mir gekommen war, warf ich einen langen Blick auf das, was sich um mich herum darbot.
Alte Fuszbaelle, Lebensmittelverpackungen und Palsteflaschen befanden sich zwischen ausrangierten Mikrowellengeraeten und sogar einem Kuehlschrank. Irgendeine Kraft muszte die einzelnen Gegenstaende aneinander halten.
Einige der Objekte sahen noch recht brauchbar aus.
Wer weisz, der ein oder andere Gegenstand koennte sich fuer meine Zwecke als nuetzlich erweisen.
Mit meinem Paddel begann ich, den Muell zu durchwuehlen.
Ich nahm einige Plastegefaesze und Folien an mich. Die Folien konnte ich als Schutz gegen den Regen verwenden, die Gefaesze eigneten sich gut um dort Regenwaszer aufzufangen.
Nachdem ich den Muell eine ganze Weile durchsucht hatte, sank ich erschoepft und von den Daempfen benommen nieder.
Alleine konnte ich nicht aus dieser miszlichen Lage entkommen, das stand fest.
Als die Sonne gen Horizont wanderte, beschlosz ich einen Happen Algen zu mir zu nehmen.
Schon bald aber stellte sich heraus, dasz die giftige Lache unter meinem Flosz die Algen verdorben hatte.
Das Knurren meines Magens hatte sogar die zankenden Moewen vertrieben. Ich muszte sofort etwas Eszbares auffinden.
Das, was diese Seevoegel da verzehrten, war fuer den Menschen wahrlich nicht geeignet.
Doch wie sagte meine Oma immer zu mir: "Hunger ist der beste Koch".
Mit dem Paddel hatte ich drei grosze Pizzakartons aufgewuehlt.
Selbstverstaendlich waren die komplett aufgeweicht. Das Innere der Kartons wies aber immer noch den ein oder anderen Fettfleck oder Kaeserest auf. Sogar der Geruch erinnerte, mit ein wenig Fantasie, an eine Kaesepizza.
Ich asz alle drei Kartons auf.
Gesaettigt und stark benebelt von den Muellausduenstungen legte ich mich schlafen.
Fuer heute gab es nichts mehr, was ich haette tuen koennen.
Mal sehen, was der naechste Tag bringen wird.
Fortsetzung folgt!
Dienstag, 8. September 2015
Tag 1322
Harry hat sich wieder an seinen Alltag gewoehnt.
Seine Laune ist nicht besonders gut, denn er musz zu seinem Job.
Egal!
22.05.1972
Seine Laune ist nicht besonders gut, denn er musz zu seinem Job.
Egal!
22.05.1972
In der Nacht hat es wieder geregnet. Alle Kokosnuesze sind randvoll mit frischem Waszer.
Ich beginne den Tag mit einer groszen Portion Algen, welche ich von der Unterseite meines Floszes kratze.
Ich beginne den Tag mit einer groszen Portion Algen, welche ich von der Unterseite meines Floszes kratze.
Meine Verpflegung ist fuer den Moment gesichert.
Ich beginne damit mich mit der Route zu beschaeftigen.
Seit ich die Insel verlaszen habe, war ich mit dem Ueberleben auf Hoher See beschaeftigt.
Leider habe ich keinen Kompasz mitgenommen und meine Aufzeichnungen waren somit wenig brauchbar.
Ich trieb mutterseelenalleine auf dem Atlantik umher und das seit vier Tagen.
Die Sonne stand direkt ueber mir und brannte heisz.
Egal zu welcher Seite ich mich umsah, um mich herum war nur Waszer.
Es gab nichts woran ich mich orientieren konnte. Ohne Kompasz war ich aufgeschmiszen.
Fuer den Moment konnte ich also nichts tun.
Kurz bevor das Schiff sank, befanden wir uns auf dem Weg von Barbados nach Puerto Rico.
Mit ein wenig Glueck, wuerde mich der Golfstrom nach Cuba oder Florida tragen.
Jetzt hatte ich keinen blaszen Schimmer, wo ich mich befand.
Um den Verstand nicht zu verlieren, beschlosz ich mir vorerst keine Gedanken mehr um meinen Verbleib zu machen.
Ich machte mir bewuszt, dasz es viel Geduld bedarf, wollte ich meine Heimreise geistig unbeschadet ueberstehen.
Es blieb mir nichts anderes uebrig, als zu hoffen, dasz ich irgendwann an eine von Menschen bewohnte Insel geschwemmt wurde.
Also beschlosz ich meine Kraefte zu sparen und ein Nickerchen zu machen.
Wie lange ich schlief kann ich nicht sagen. Die Sonne war bereits im Inbegriff, am Horizont zu verschwinden.
Da ist also Westen, dachte ich mir, ohne, dasz dies irgendeine Konsequenz gehabt haette.
Mein Kopf war schwer. Im Schlaf wurde ich von den wildesten Traeumen heimgesucht.
Ich setzte mich an den Rand meines Floszes und steckte die Beine ins Waszer.
Der Sonnenuntergang war von beeindruckender Schoenheit. Ich konnte mich nicht erinnern jemals einen derartig schoenen Sonnenuntergang gesehen zu haben.
Das Abendprogramm im TV konnte mit solch einem Spektakel nicht mithalten.
Da sasz ich nun, Mortimer Laibovitz, alleine auf einem selbstgebautem Flosz, mitten auf dem Ozean(oder wo auch immer ich mich gerade befand...).
Dabei war Mortimer Laibovitz nicht einmal mein richtiger Name. Wenn dieses Tagebuch einmal gefunden wird, dann soll die Menschheit ruhig erfahren wer ich wirklich war.
Mein richtiger Name ist Karl Stefan Thomas Michael Schulz. Geboren bin ich 1940, als Sohn deutscher Einwanderer, in Queens, New York.
Ich war gerade 16 Jahre alt, als ich mein Elternhaus verlies.
Mein Onkel gab mir einen Job in seinem Gemischtwarenladen in Williamsburg, Brooklyn.
In der Naehe des Ladens mietete ich ein kleines Zimmer bei einer alten Dame.
Sie war so gut wie blind und hoerte nur, wenn man sie auf kurzer Distanz anschrie. Eine nette alte Dame, wir verstanden uns prächtig.
Nachdem ich in einer rein deutschen Nachbarschaft aufgewachsen war, fand ich mich nun in einem Viertel wieder, welches zum groszen Teil von orthodoxen Juden bewohnt war.
Die Gegend gefiel mir sehr. Freitag Abend waren die Straszen wie leergefegt und so schlosz auch mein Onkel, auch wenn wir keine Juden waren, seinen Laden schon am Nachmittag zu.
Die Abende vor dem Sabbat verbrachte ich dann immer in den Tanzlokalen Brooklyns.
Es dauerte nicht lang, da verliebte ich mich in ein Maedchen aus der Nachbarschaft.
Ihr Name war Esther, sie war schon 18 Jahre alt und eine bildhuebsche, stolze Juedin.
Oft sah ich sie Freitag nachts in Cohen´s Diner sitzen. Sie war dann immer in Begleitung ihrer Freundinnen.
Die jungen Maenner der Nachbarschaft umgarnten die Maedels, bloedelten und versuchten ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen.
Ich verliebte mich fuerchterlich in sie.
Wie konnte ich sie erreichen?
Ihr Vater war Rabbi und ein frommer Mann.
Er haette es nie erlaubt, dasz Esther mit einem Goi und schon garnicht mit einem Deutschen ausging.
Die Sehnsucht nach ihr war so grosz, dasz ich mir etwas einfallen laszen muszte.
Um meine Chancen bei Esther zu erhoehen, beschlosz ich meinen sehr deutschen Namen in einen juedisch klingenden Namen zu aendern.
Fuer ein paar Dollar machte ich aus Schulz, Laibovitz und aus Karl Stefan Thomas Michael schlieszlich Mortimer.
Ich freundete mich mit den Jugendlichen meiner Nachbarschaft an und begann die religioesen Braeuche der Juden zu studieren.
Ein guter Freund von mir, Mordechai, machte mich eines Freitag abends, in Cohen´s Diner, mit Esther bekannt.
Wir verstanden uns sofort. Meine Rolle als Jude spielte ich perfekt, es fiel keinem auf.
Es wunderte sich auch keiner, warum mein Onkel ein deutscher Goi war.
Esther und ich verabredeten uns ins Kino, gingen Tanzen und verbrachten so manchen Abend bei Cohen´s.
Es lief beszer, als ich es mir je ertraeumt haette.
Bis Esther mehr wollte.
Am Abend von Yom Kippur waren Esthers Eltern in die Synagoge gegangen. Sie sollten erst spaet wieder nach hause kommen und Esther hatte mich zu ihnen in die Wohnung eingeladen.
In ihrem Kinderzimmer saszen wir im Kerzenschein und kueszten uns heisz und innig.
Ich war kurz davor, vor Erregung zu zerplatzen, als Esther ihre Bluse oeffnete.
Oft schon hatte ich in meinen Traeumen, den Ablauf des nun folgenden Aktes durchgespielt.
In meiner Hose pulsierte es schmerzhaft, es fuehlte sich an, als wolle dort etwas zerreiszen. Da kam mir ein Gedanke.
So gut wie ich meine Rolle auch spielte, so war ich doch kein vollstaendiger Jude.
Es fehlte mir etwas. Ich hatte an einer entscheidenden Stelle etwas zu viel. Meine Vorhaut.
Esther haette sofort gemerkt, dasz ich kein Jude war. Was sollte ich tun?
Ich unterbrach unsere heiszbluetige Liebkosung und machte deutlich, dasz ich kurz in das Badezimmer verschwinden muszte.
Nur schwer konnte ich mich aus Esthers Armen befreien.
Im Badezimmer oeffnete ich meine Hose und betrachtete mein Glied. Nein, das war kein kosherer Doedel, den ich da in meinen Haenden hielt. Was sollte ich tun?
Als mein verzweifelter Blick durch das Badezimmer flog, wurde ich auf den Damenrasierer Esthers Mutter aufmerksam.
Beim genaueren Inspizieren stellte ich fest, dasz sich die Klinge kinderleicht aus dem Rasierer nehmen lies.
Was nun folgte war eine Tat der Verzweiflung und der unendlichen Liebe Esther gegenueber.
Natuerlich war unsere Beziehung an diesem Abend vorbei.
Fuenf Tage und zehn Bluttransfusionen spaeter wurde ich aus dem Krankenhaus entlaszen.
Esther habe ich nie wieder gesehen. Kurz darauf zog ich aus Brooklyn weg.
Ein groszer Teil meines Penis ist noch immer taub, aber das spielt hier jetzt keine Rolle.
Die Geschichte des Goi, der sich im Hause des Rabbi Teitelbaum selbst beschnitt, wird noch heute von den Juden in Williamsburg, von Generation zu Generation weitererzaehlt.
Esther habe ich nie vergeszen. Sie ist und bleibt meine erste und einzige, grosze Liebe.
Morgen gibt es einen weiteren Teil!
Montag, 7. September 2015
Tag 1321
Harry ist immer noch nicht ganz der Alte, gibt sich aber grosze Muehe mich bei guter Laune zu halten.
Er hat mir intereszante Geschiche von seinem Aufenthalt in New York erzaehlt. Von den vielen Burgern die er verzehrte, von den nervigen Touristen und ihren Smartphones und von den groszen und kleinen Gebaeuden, die es dort zu sehen gibt. Die meiste Zeit hat er genoergelt und ueber Touristen abgelaestert. Dabei ist der Spinner doch selber als Tourist unterwegs gewesen...dieser Harry!
Als Harry fertig gemekert hatte, erzaehlte er mir von einem intereszanten Fund, welchen er am Pier 11, unweit der Wallstreet, machte. Es handelt sich um eine Art Tagebuch, welches zwischen Plastetueten und anderem Muell, an einem Bootsanlegeplatz schwamm.
Harry erkannte sofort den Wert des kleinen Buechleins und fischte es aus dem Waszer. Ohne das es seine Frau bemerken konnte, versteckte er den aufgeweichten Papierklumpen in seinem Rucksack. Seine Frau haette es niemals erlaubt, dasz er Derartiges mit nach hause nahm. Wer weisz wie viele Bazillen in dem Waszer hausten?! Vieleicht waren die Seiten vollgeschmiert mit Popeln?! Das Tagebuch sah in der Tat etwas mitgenommen aus.
Das Waszer des Ozeans hatte dafuer gesorgt, dasz die Tinte auf den ersten hundert Seiten nicht mehr lesbar war.
Auf einigen Seiten sah man verwaschene Skizzen von einfachen Booten und Floeszen. Daneben waren allerhand mathematischer Berechnungen und eine Art Landkarte zu vermuten.
Harry hat mir einige Paszagen dieses Tagebuches vorgelesen und wir beide haben beschloszen, dasz wir diesen einzigartigen Fund mit dem Rest der Menschheit(Nein, keine Pflanzen, die wuerden so einen Quatsch niemals lesen...) teilen mueszen.
Ab sofort wird Harry jeden Tag einen kleinen Teil des Buches hier veroeffentlichen.
Vorab gebe ich unseren Lesern eine kleine(sehr kleine) Einleitung. Der Name des Autors ist Mortimer Laibovitz. Der Protagonist wird sich uns im Verlauf noch ausfuehrlich selbst vorstellen.
Als einziger Ueberlebender eines gesunkenen Kreuzfahrtschiffes, fand er auf einer kleinen Insel in der Karibik Zuflucht.
Aus seinen Aufzeichnungen, welche auf das Jahr 1972 datiert sind, geht nicht hervor wie lange er sich dort aufhielt oder wie es zu dem Schiffbruch kam. All dies vermuten, bzw. schluszfolgern wir aus den Zeilen, die vom Meerwaszer verschont blieben.
Der lesbare Teil des Tagebuches handelt von der Irrfahrt Mortimers auf einem selbstgebautem Flosz.
Der Versuch auf eigene Faust wieder in die Zivilisation zurueckzugelangen wurde Tag fuer Tag schriftlich festgehalten. Im Verlauf geht der Schiffbruechige kurz auf den Hergang des Unglueckes ein.
Harry hat sich die Muehe gemacht das Buch ins Deutsche zu uebersetzen. Leider hat er kein Abitur, sodasz der Text wahrscheinlich voller Rechtschreibfehler sein wird.
Dafuer entschuldigen wir uns im Voraus.
21.05.1972
Seit fast drei Tagen bin ich nun schon auf hoher See.
Gestern Nacht hat ein Sturm den Regenwaszerauffang zerstoert. Auszerdem habe ich fast den gesamten Vorrat an Kokosnueszen verloren.
Ich musz schnell eine Loesung finden, denn es ist extrem heisz und mein Durst treibt mich in den Wahnsinn.
Fuenf Kokosnuesze habe ich noch.
Zum Glueck habe ich mein kleines Taschenmeszer, ein Werbegeschenk, bei mir.
Den halben Tag verbrachte ich damit, die Nuesze zu zerteilen.
Den Saft trank ich sofort. Die Kokonuszhaelften habe ich zwischen die Planken meines Floszes geklemmt.
Mit groszer Wahrscheinlichkeit wird es heute Nacht wieder regnen.
Morgen werde ich hoffentlich frisches Waszer haben.
Erstes Problem geloest.
Nachdem ich die Nuesze ausgetrunken und das Fruchtfleisch gegeszen hatte, muszte ich mir nun Gedanken machen, wie ich mich in Zukunft ernaehren sollte.
Zum Fischen war ich leider zu doof und meine italienischen Lederschuhe habe ich schon vor Wochen gegeszen.
Als ich mein Flosz ueberblickte, viel mir nur auf, wie wenig Eszbares sich hier befand.
Nur Holzplanken, ein Paddel und das Segel.
Ich dachte nur: Scheisze!
Entkraeftet vom Kokosnuszschneiden, sank ich zu Boden.
Als mein Ruecken zu schmerzen begann und ich mich auf die Seite, an den Rand meines Floszes drehte, machte ich eine Entdeckung.
Meine Hand beruehrte den Rand einer Planke. Ich spuehrte etwas glitschiges, eine Art Moos.
Beim genaueren Hinsehen, stellte ich fest, dasz die Unterseite der Holzbalken mit Algen ueberzogen waren.
Mit den Fingernaegeln schabte ich ein fladenfoermiges Stueck von den Planken.
Es stank fuerchterlich und sah abartig aus. Alles andere als appetitlich.
Ich nahm einen Biszen.
Garnicht mal so schlecht, dachte ich.
Kaum hatte ich den Fladen verspeiszt, da verspuehrte ich eine Energie, wie ich sie seit dem Schiffbruch nicht mehr verspuehrte.
Scheinbar waren diese Algen sehr nahrhaft.
Gesaettigt und zufrieden schlief ich ein.
Ich traeumte davon, wie ich einst von Problemen geplagt war, die so ganz und garnichts mit meinen momentanen Problemen gemein hatten. Miete, Job, Freundin, Football und all der Quatsch.
Den ganzen Tag war ich damit beschaeftigt nicht zu verdursten oder zu verhungern.
Ich war Stolz und zuversichtlich. Ich werde es schaffen! Ich werde es schaffen! Bald bin ich wieder zuhause!
Fortsetzung folgt...!
Er hat mir intereszante Geschiche von seinem Aufenthalt in New York erzaehlt. Von den vielen Burgern die er verzehrte, von den nervigen Touristen und ihren Smartphones und von den groszen und kleinen Gebaeuden, die es dort zu sehen gibt. Die meiste Zeit hat er genoergelt und ueber Touristen abgelaestert. Dabei ist der Spinner doch selber als Tourist unterwegs gewesen...dieser Harry!
Als Harry fertig gemekert hatte, erzaehlte er mir von einem intereszanten Fund, welchen er am Pier 11, unweit der Wallstreet, machte. Es handelt sich um eine Art Tagebuch, welches zwischen Plastetueten und anderem Muell, an einem Bootsanlegeplatz schwamm.
Harry erkannte sofort den Wert des kleinen Buechleins und fischte es aus dem Waszer. Ohne das es seine Frau bemerken konnte, versteckte er den aufgeweichten Papierklumpen in seinem Rucksack. Seine Frau haette es niemals erlaubt, dasz er Derartiges mit nach hause nahm. Wer weisz wie viele Bazillen in dem Waszer hausten?! Vieleicht waren die Seiten vollgeschmiert mit Popeln?! Das Tagebuch sah in der Tat etwas mitgenommen aus.
Das Waszer des Ozeans hatte dafuer gesorgt, dasz die Tinte auf den ersten hundert Seiten nicht mehr lesbar war.
Auf einigen Seiten sah man verwaschene Skizzen von einfachen Booten und Floeszen. Daneben waren allerhand mathematischer Berechnungen und eine Art Landkarte zu vermuten.
Harry hat mir einige Paszagen dieses Tagebuches vorgelesen und wir beide haben beschloszen, dasz wir diesen einzigartigen Fund mit dem Rest der Menschheit(Nein, keine Pflanzen, die wuerden so einen Quatsch niemals lesen...) teilen mueszen.
Ab sofort wird Harry jeden Tag einen kleinen Teil des Buches hier veroeffentlichen.
Vorab gebe ich unseren Lesern eine kleine(sehr kleine) Einleitung. Der Name des Autors ist Mortimer Laibovitz. Der Protagonist wird sich uns im Verlauf noch ausfuehrlich selbst vorstellen.
Als einziger Ueberlebender eines gesunkenen Kreuzfahrtschiffes, fand er auf einer kleinen Insel in der Karibik Zuflucht.
Aus seinen Aufzeichnungen, welche auf das Jahr 1972 datiert sind, geht nicht hervor wie lange er sich dort aufhielt oder wie es zu dem Schiffbruch kam. All dies vermuten, bzw. schluszfolgern wir aus den Zeilen, die vom Meerwaszer verschont blieben.
Der lesbare Teil des Tagebuches handelt von der Irrfahrt Mortimers auf einem selbstgebautem Flosz.
Der Versuch auf eigene Faust wieder in die Zivilisation zurueckzugelangen wurde Tag fuer Tag schriftlich festgehalten. Im Verlauf geht der Schiffbruechige kurz auf den Hergang des Unglueckes ein.
Harry hat sich die Muehe gemacht das Buch ins Deutsche zu uebersetzen. Leider hat er kein Abitur, sodasz der Text wahrscheinlich voller Rechtschreibfehler sein wird.
Dafuer entschuldigen wir uns im Voraus.
21.05.1972
Seit fast drei Tagen bin ich nun schon auf hoher See.
Gestern Nacht hat ein Sturm den Regenwaszerauffang zerstoert. Auszerdem habe ich fast den gesamten Vorrat an Kokosnueszen verloren.
Ich musz schnell eine Loesung finden, denn es ist extrem heisz und mein Durst treibt mich in den Wahnsinn.
Fuenf Kokosnuesze habe ich noch.
Zum Glueck habe ich mein kleines Taschenmeszer, ein Werbegeschenk, bei mir.
Den halben Tag verbrachte ich damit, die Nuesze zu zerteilen.
Den Saft trank ich sofort. Die Kokonuszhaelften habe ich zwischen die Planken meines Floszes geklemmt.
Mit groszer Wahrscheinlichkeit wird es heute Nacht wieder regnen.
Morgen werde ich hoffentlich frisches Waszer haben.
Erstes Problem geloest.
Nachdem ich die Nuesze ausgetrunken und das Fruchtfleisch gegeszen hatte, muszte ich mir nun Gedanken machen, wie ich mich in Zukunft ernaehren sollte.
Zum Fischen war ich leider zu doof und meine italienischen Lederschuhe habe ich schon vor Wochen gegeszen.
Als ich mein Flosz ueberblickte, viel mir nur auf, wie wenig Eszbares sich hier befand.
Nur Holzplanken, ein Paddel und das Segel.
Ich dachte nur: Scheisze!
Entkraeftet vom Kokosnuszschneiden, sank ich zu Boden.
Als mein Ruecken zu schmerzen begann und ich mich auf die Seite, an den Rand meines Floszes drehte, machte ich eine Entdeckung.
Meine Hand beruehrte den Rand einer Planke. Ich spuehrte etwas glitschiges, eine Art Moos.
Beim genaueren Hinsehen, stellte ich fest, dasz die Unterseite der Holzbalken mit Algen ueberzogen waren.
Mit den Fingernaegeln schabte ich ein fladenfoermiges Stueck von den Planken.
Es stank fuerchterlich und sah abartig aus. Alles andere als appetitlich.
Ich nahm einen Biszen.
Garnicht mal so schlecht, dachte ich.
Kaum hatte ich den Fladen verspeiszt, da verspuehrte ich eine Energie, wie ich sie seit dem Schiffbruch nicht mehr verspuehrte.
Scheinbar waren diese Algen sehr nahrhaft.
Gesaettigt und zufrieden schlief ich ein.
Ich traeumte davon, wie ich einst von Problemen geplagt war, die so ganz und garnichts mit meinen momentanen Problemen gemein hatten. Miete, Job, Freundin, Football und all der Quatsch.
Den ganzen Tag war ich damit beschaeftigt nicht zu verdursten oder zu verhungern.
Ich war Stolz und zuversichtlich. Ich werde es schaffen! Ich werde es schaffen! Bald bin ich wieder zuhause!
Fortsetzung folgt...!
Sonntag, 6. September 2015
Tag 1320
Harry ist aus seinem Urlaub zurueck und hat mit seinem "Jet Lag" zu tun...Ich glaube, er will sich nur wichtig machen.
Mal sehen wie er morgen drauf ist.
Bis dahin:
Frage: "Wollen Sie diesen Fisch jetzt eszen?"
Antwort: "Sehe ich aus als wuerde ich mich fuer Tennis intereszieren?! Fragen Sie meinen Mann!"
Mal sehen wie er morgen drauf ist.
Bis dahin:
Frage: "Wollen Sie diesen Fisch jetzt eszen?"
Antwort: "Sehe ich aus als wuerde ich mich fuer Tennis intereszieren?! Fragen Sie meinen Mann!"
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